Ausgehend von unserer weit reichenden Faustlos–Förderung (→ Projektbeschreibung Faustlos) in einer Vielzahl von Baden-Badener Kindergärten und Grundschulen, wurde insbesondere aus Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund der Wunsch an den Jugendfonds herangetragen, die Eltern in das äußerst wirkungsvolle und erfolgreiche Gewaltpräventionsprogramm einzubeziehen.

Das Ziel wurde in Zusammenarbeit mit Erziehern und den Fachleuten des HPZ (Heidelberger Präventionszentrum) formuliert und mittlerweile umgesetzt: Entwicklung einer Interkulturellen Elternschule für Kindergarten und Grundschule, die die Ideen und Ziele von Faustlos an Eltern aus anderen Kulturkreisen vermittelt.
Angestrebt wurde ein Konzept, welches die Ressourcen und die Beziehungskultur in den Familien fördert und stärkt sowie die Erziehungspartnerschaft mit der Einrichtung und das gemeinschaftliche Erleben unterstützt.
Alle Arbeitsmaterialien wurden in drei Sprachen übersetzt: französisch, russisch, türkisch. Die jeweiligen Muttersprachler sind aktiv in die Arbeit eingebunden und begleiten die Gruppen während der Zusammenkünfte.

Bei dem Pilotprojekt handelt es sich um einen dreiteiligen Familienkurs zu jeweils 2 bis 3 Stunden pro Faustlos-Einheit. Die drei Einheiten „Empathieförderung“, „Impulskontrolle und Problemlösung“ sowie „Umgang mit Ärger und Wut“ bestimmen aufeinander aufgebaut das Thema einer Veranstaltung. Nach einem gemeinsamen Begrüßungsspiel erhalten die Familien eine spielerische Aufgabe zur jeweiligen Faustlos-Thematik.
Das anschließende gemeinsame Essen in der Gruppe und der damit verbundene entspannte Austausch aller Teilnehmer festigt den gegenseitigen Kontakt. Nach dem Essen gehen die Zielkinder zu ihren Geschwistern in die Betreuungsgruppe, so dass die Eltern nun die Möglichkeit haben, in einer Gesprächsrunde näheres zu Erziehungsfragen bzgl. des jeweiligen Faustlos-Themas (z.B. empathisches Erziehungsverhalten) und deren praktischer Anwendung zu erfahren. Das jeweilige Faustlos-Plakat einer Einheit wird vorgestellt, besprochen und den Eltern in deutscher und deren Landessprache zur Umsetzung zu Hause ausgeteilt.

Zum Abschluss erfolgt mit den zurückgekehrten Kindern ein gemeinsames Spiel, abgestimmt auf das Thema der besprochenen Faustlos-Einheit. Während des gesamten Verlaufs wird die gemeinsame Verständigung durch die Dolmetscher unterstützt.

Interessenten können sich mit beiliegendem Bewerbungsbogen bewerben:
Jugendfonds Bewerbung Elternschule