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Mehr Weißtannen für den Stadtwald

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IMG_4990Pflanzaktion durch Mitglieder der Baden-Badener Bürgerstiftung / Nicht so anfällig für den Borkenkäfer

Von Ulrich Philipp
Baden-Baden – Normalerweise zieht Rückepferd „Babel“ an Ketten lange Baumstämme aus dem Wald. Am Montag hatte sein Besitzer Ronny Fleischer aber eine ganz andere Aufgabe für den 15-jährigen polnischen Kaltblütler. Er wurde vor einen stählernen Pflug gespannt, und auf einer Strecke von mehreren Hundert Metern zogen beide dann eine etwa 20 Zentimeter tiefe Furche durch den Waldboden des Stadtwalds in der Nähe des Scherrhofes.

Dem Gespann folgten etwa zehn Männer und eine Frau, die teilweise mit Hacken die Furche noch etwas vertieften und dann Samen der Weißtanne hineingaben. Es handelte sich dabei um Mitglieder der Bürgerstiftung, und sie erfüllten mit ihrer Pflanzaktion den letzten Willen einer verstorbenen Bürgerin der Kurstadt. Den von ihr eingerichteten Umweltfonds verwaltet die Stiftung treuhänderisch und kommt ihrem Wunsch nach, etwas für die Natur zu tun, erklärte der Pressesprecher der Stiftung, Justus Kindermann. In Absprache mit dem städtischen Forstamt fiel dann die Entscheidung für die Pflanzaktion.

„Wir wollen den Anteil der Weißtanne im Stadtwald von zehn auf 20 Prozent erhöhen“, erklärte Bürgermeister Werner Hirth, der die Stiftungsmitglieder und die Forstarbeiter auf dem Waldweg begrüßte. Damit reagiert die Stadt auch auf den Klimawandel, wie Forstamtsleiter Thomas Hauck im BT-Gespräch betonte. Denn die Weißtanne ist im Vergleich zur häufig vorkommenden Fichte nicht so anfällig für den Borkenkäfer, der ganze Bestände vernichten kann. Außerdem kommt der Baum, der unter anderem in Italien heimisch ist, mit den in den kommenden Jahren zu erwartenden höheren Temperaturen gut zurecht. „Weil sie ein Tiefwurzler ist, kann sie im Gegensatz zur flachwurzelnden Fichte auch weiter unten im Erdreich liegende Wasserspeicher erreichen und damit ihren Feuchtigkeitsbedarf decken“, ergänzte Hauck.

Geerntet wurden die Samen von eigens beauftragten Baumkletterern, die in schwindelerregender Höhe von Baumwipfel zu Baumwipfel übersetzten und Tannenzapfen pflückten. Dieser Aufwand ist unumgänglich, denn im Gegensatz zur Fichte ist in den Zapfen der Weißtanne kein Samen mehr, wenn diese im natürlichen Wachstumsprozess des Baumes von alleine zu Boden fallen. Daher müssen die Zapfen am Baum hängend geerntet werden, man kann nicht einfach warten, bis sie vom Waldboden aufgelesen werden können, erklärten die Forstmitarbeiter.

Bis die Bäume die Bevölkerung erfreuen, ist allerdings noch viel Arbeit notwendig. So ist es wichtig, dass die Rotwildpopulation nicht zu hoch wird, weil Rehe und Hirsche die zarten Pflänzchen gerne fressen, erklärte Forstamtsleiter Thomas Hauck. Auch sehr trockene Sommer könnten aufgrund des Wassermangels für die Jungtannen zu einem Problem werden.

Ganzer Artikel im Badischen Tagblatt vom 13. April 2016
Ganzer Artikel den Badischen Neuesten Nachrichten vom 13. April 2016