Ein Neujahrsempfang in schwierigen Zeiten.

Neujahrsempfänge könnten etwas vom „Murmeltiertag“ haben, wären wir nicht beim Neujahrsempfang 2026 der Bürgerstiftung Baden-Baden. Das „alle Jahre wieder“ hat hier etwas erfrischend Überraschendes: Neben der Fortführung von Bewährtem gibt es immer wieder Neues, darin zeigt sich das innovationsfreudige Engagement des Vorstands und der vielen Unterstützer – gerade auch in kommunal schwierigen Zeiten.
Rückblick – Einblick – Ausblick – in diesem Dreischritt führten mit charmanter Professionalität Rüdiger Lorth, Birgitta Marquet, Dr. Sonja Mrussek, Dr. Walter Klingler und Uwe Schnurr aus dem Vorstand durch die vielzähligen Projekte und neuen Vorhaben. Dabei wurde eindrucksvoll deutlich, dass die Bürgerstiftung auch im vergangenen Jahr wieder mit wachsendem Zugewinn unterwegs war – nicht allein an Spenden und Stiftungskapital.

Projekte, die als noch junge Pflänzchen im letzten Jahr begannen, wie das Rikscha-Radeln für Senioren oder die Aufführungen des Kasperle-Theaters „Samtblau“ für Kindergärten und Grundschulen, sind mittlerweile fest etabliert. Mehr noch: Dank neuer Sponsoren und Spender konnten sie weiter ausgebaut werden.

Auch die Versteigerung „ungewöhnlicher Gelegenheiten“, die bereits in das fünfte Jahr geht, hat eine kontinuierliche Weiterentwicklung erfahren und erfreut sich immer größeren Zuspruchs (was wiederum weitere Unterstützungen und Dankeschön-Aktionen möglich macht!).

Sonja Mrusek gab neben anderem einen bewegenden Einblick in die Arbeit der mildtätigen Clara-Todd-Treuhandstiftung, die hilfsbedürftige oder in Not geratene ältere Menschen mit Geldmitteln und praktischer Hilfe unterstützt. In Zusammenarbeit mit Axel Weyers, zuständig für die rechtliche Betreuung bei der Stadt Baden-Baden, kann hier schnell und unbürokratisch geholfen werden. Eine Hilfe, deren Dringlichkeit in unserer Gesellschaft nicht abgenommen hat.

Birgitta Marquet, die neu dem Vorstand angehört, wird sich in Zukunft schwerpunktmäßig den Bereichen Sport und Umwelt widmen. Für die Umweltstiftung konnte sie für 2026 den Beginn einer Aufforstungsaktion für klimaresistente Bäume im Stadtwald ankündigen – in Zusammenarbeit mit Forst- und Umweltamt.
Auch das „bunte Programm“ der Veranstaltung, das sonst meist musikalische oder theatralische Darbietungen zeigte, ist diesmal beeindruckend neu und anders: Auf der Bühne steht eine Art Pianola. Es ist weniger Rahmenprogramm als „Hauptakteur“ eines neuen Projekts. Es ist ein „KI-Klavier“. Was dieses kann, wie es tönt und für wen es in Zukunft spielen soll, dies zu beschreiben würde entsprechend der Einführung durch den Ideengeber des Projekts, Herrn Prof. Dr. Liesen, mehre Seiten füllen.

Nur so viel sei gesagt: Es ergänzt das architektonische Weltkulturerbe Baden-Badens um sein wichtiges musikalisches Kulturerbe. Spielerisch können historische Musikstücke aus der Glanzzeit der „Sommerhauptstadt Baden-Badens“ in heutige Musikstile und Rhythmen „transponiert“ und so ganz ohne musikalisches Vorwissen neue Kompositionen geschaffen werden. Mit großer Spielfreude wurde dann auch nach der Veranstaltung musikalisch experimentiert.
Was hat das alles mit Hoffnung und Zuversicht zu tun? Sehr viel, wie die fundierte und gleichzeitig Mut machende Begrüßungsrede von Alexander Wieland, dem Ersten Bürgermeister der Stadt, zeigte. Nicht naiver Optimismus, ein „Es wird schon gut gehen“, trägt uns in die Zukunft. Nur überlegtes und helfendes Tätigwerden nähre die Hoffnung auf ein besseres Morgen!

Bürgerschaftliches Engagement wie das der Bürgerstiftung stärke die Zuversicht, auch in schwierigen Zeiten etwas bewegen zu können. Dieses besondere Dankeschön des Bürgermeisters für die geleistete Arbeit im Jahr 2025 steht hier am Ende des Artikels – möge es viele ermutigen, auch in 2026 (neu!) dabei zu sein!


Bürgerstiftung Baden-Baden